20 Sekunden am Titel vorbei gerutscht
Am Samstag brannte in der Wehlenteichhalle die Luft
Am vergangenen Samstag, den 18. Juni 2016 fand in Lauchhammer der finale Entscheidungskampf der Regionalliga Nord-Ost im Judo statt. Mit dabei waren die Mecklenburger KSV Grimmen, die Landeshauptstädter UJKC Potsdam II und die heimischen Lausitzer vom Budo-Verein Lauchhammer (BVL). Nachdem am Vormittag die Ergebnisse von den anderen Austragungsorten feststanden war klar, dass man den Titel zu Hause behalten konnte. Die Vergleichskämpfe begannen mit der Begegnung vom UJKC und KSV. Diese endeten mit einem 4:2 für den UJKC.
Als nächstes durften dann die Judoka vom BVL gegen den angereisten Tabellenvierten vom KSV Grimmen an den Start. Los ging es mit dem Kampf in der Gewichtsklasse bis 100 kg. Dort standen sich Paul Soch (BVL) und Erik Müller (KSV) gegenüber. Paul Soch konnte einmal mehr seine Klasse beweisen und schickte so seinen Kontrahenten nach 16 Sekunden wieder zurück in die Heimat. Leider mussten sich im Anschluss Mario Weinert (-90) und Jannik Bölke (-60) ihren Gegnern geschlagen geben. Den Ausgleich zum 2:2 konnte der Schwergewichtler Marcel Schaarschmidt holen. Bis dahin haben die Zuschauer viele schöne Würfe gesehen, die Stimmung in der Halle war angespannt. Als nächstes schickte man den zurückgekehrten Martin Jergler (-66) auf die Tatami. Dieser konnte an sein letztes Erfolgserlebnis anknüpfen, indem er den Grimmener Alex Meier vorzeitig besiegte. Dies bedeutete erneut die Führung für die Lausitzer. Nun kam Punktegerant Acland Wendt zum Zug, der dieses Mal in einer Gewichtsklasse höher starten musste (-81). Er hatte schwere Arbeit zu verrichten und zeigte dabei eine starke Leistung, leider musste er sich aufgrund einer kleinen Unaufmerksamkeit seinem Gegner unterwerfen. So glichen die Sportsfreunde vom KSV zum 3:3 aus. Im letzten Kampf lag die Hoffnung auf dem jungen Max Henke (-73). Der Lausitzer hatte einen schweren Kampf zu bestreiten, da er zudem angeschlagen von einer Verletzung noch nicht wieder voll fit war. Angetrieben vom Publikum und der Mannschaft zeigte der neue Vizekapitän, dass er ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft ist. Nach voller Kampfzeit ging der Kampf zu Gunsten von Max Henke. Damit ergab der Endstand 4:3 für unsere Lausitzer Judoka und der Jubel in der Halle war groß. Das Saisonziel konnte damit bereits erreicht werden, da Mission Edelmetall verteidigen geglückt ist. Es war sogar klar, dass Silber ebenfalls an den BVL geht. Dennoch genügte das den Lauchhammeranern nicht, sie wollten nun auch noch die Sensation und den Titel zu Hause behalten.
Im finalen Endkampf trafen nun 1. und 2.-Platzierter aufeinander. Los ging es mit der Begegnung Paul Soch gegen Max Stiller vom UJKC in der Klasse bis 100 kg. Dort krönte Paul sich zu recht zu „Mister 100“, denn er bestritt alle Kämpfe dieses Jahr erfolgreich mit einer Siegrate von 100%. Als nächstes musste sich leider Matthias Knobloch bis 90 kg geschlagen geben. Im Superleichtgewicht kämpfte nun wieder Jannik Bölke. Nach seiner Führung kostete ihn eine Unkonzentriertheit leider den Sieg. So gingen die Potsdamer 1:2 in Führung. Dennoch war damit noch nichts Verloren. Den entscheidenden Kampf in diesem Aufeinandertreffen bildete das Schwergewicht. Dort kämpften Marcel Schaarschmidt und Erik Abramov. Marcel Schaarschmidt führte diesen Kampf bis 20 Sekunden vor Schluss. Dort musste er jedoch, aufgrund einer 4. Bestrafung, den Sieg an Potsdam abgeben. So stand es nun 1:3 für die 2. Mannschaft vom UJKC. Martin Jergler (-66) konnte nun wieder einen Anschlusspunkt holen. Damit hat er den Sprung zurück ins Judogeschehen geschafft. Er zeigte am Samstag eine bemerkenswerte Leistung und ist nun ein fester und wichtiger Bestandteil des Teams. Doch leider konnte Mario Weinert mit dem Potsdamer Sportschüler Paul Gaffke nicht mithalten und gab den Siegpunkt an Potsdam ab, die sich nun zurecht als Regionalligasieger feiern konnten. Im letzten Kampf des Tages konnte sich Acland Wendt noch für seine Niederlage von vor 2 Jahren revanchieren und schlug den erfahrenen Jörn Ahrens. Doch leider war dieser Punkt nur für die Statistik und konnte an der Niederlage nichts mehr ändern.
Die Sensation war zum Greifen nah und -wenn man so will- nur 20 Sekunden entfernt. Doch dies war aus Sicht des BVL kein Grund zur Trauer, da man die Leistung vom Vorjahr bestätigen konnte und sich nun fest in der Liga etabliert hat. In der Zukunft ist noch viel zu erwarten von dem noch jungen Team des Budo-Verein Lauchhammer.